Start in die zweite HLCA-Förderphase 2018-2021

Der HLCA-Verbund ist am 1.3.2018 in die zweite Förderphase gestartet. Basierend auf den Ergbenissen der ersten Förderphase legt der Verbund seinen Schwerpunkt auf die Messung von Health Literacy bei Kindern und Jugendlichen, auf die Entwicklung, Implementierung und Evaluation von Interventionen, um die Health Literacy, Mental Health Literacy und e-Health Literacy von Kindern, Jugendlichen und Professionellen zu fördern und auf angewandte Politikfeldanalyse im Bereich Health Literacy mit Blick auf Kinder und Jugendliche. Weitere Schwerpunkte sind Analysen zu Gender und gesundheitsökonomische Begleitevaluationen in der Interventionsforschung.

Gesundheitskompetenz: Verständliche Informationen für alle Nutzergruppen

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Liebe Health Literacy- Gemeinde,
wir möchten mit euch an dieser Stelle folgende Aussage zur Gesundheitskompetenz von Ullrich Bauer, dem HLCA-Verbundkoordinator, teilen, die er im Rahmen der AOK Zeitschrift Gesundheit und Gesellschaft gegeben hat:

„Das Thema Gesundheitskompetenz hat die Potenz, der Gesundheitsversorgung der Zukunft ein neues Gesicht zu geben. Das gilt vor allem für die Patienten- und Selbsthilfevertretungen. Dabei sprechen wir von einer Herausforderung, die vielleicht noch nicht überall richtig verstanden wurde. Gesundheitskompetenz heißt nicht, die Verantwortlichkeit für Gesundheit auf die einzelnen Nutzer abzuwälzen. Gesundheits-kompetenz ist das Stichwort für ein transparentes Gesundheitswesen, das verlässliche Informationen verständlich an alle Nutzergruppen kommunizieren kann. Gerade für die Selbst-hilfe ist das ein entscheidender Schritt. Die Entmündigung im Gesundheitswesen geht häufig mit einer hohen Forderung an Verhaltensänderungen einher. Gesundheitskompetenz heißt, dass Informationen zielgruppenorientiert angeboten, Entscheidungen aber autonom getroffen werden.“
Prof.Dr. Ullrich Bauer, Fakultät für Erziehungswissenschaften, Universität Bielefeld

Gesundheit und Gesellschaft: http://aok-bv.de/hintergrun/gesundheit_und_gesellschaft/

Health Literacy: Forscher und Nachwuchswissenschaftler aus der ganzen Welt zu Gast in Bielefeld

Die 2. internationale HLCA-Summer School Health Literacy: Research, Policy and Advocacy hat vom 18. bis zum 22. September 2017, am Zentrum für Interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld, Nachwuchswissenschaftler_innen aus der ganzen Welt mit renommierten, internationalen Forschern aus dem Themenfeld Health Literacy (gesundheitliche Grundbildung) zusammengebracht.


© Orkan Okan, Universität Bielefeld

Angeleitet durch Dr. Kristine Sørensen (Niederlande), Prof. Dr. Diane Levin-Zamir (Israel) und Prof. Dr. Luis Saboga-Nunes (Portugal) haben 37 Personen aus 14 Ländern den Weg nach Bielefeld gefunden. Zunächst wurden:

– die Forschungsplanung und mögliche Forschungsmethoden,
– die Potentiale und Herausforderungen von Health Literacy mit Blick auf Kinder und Jugendliche,
– die Betrachtung konkreter Fälle in klinischen Kontexten und
– der Beteiligung von Patienten und anderen vulnerablen Gruppen im Forschungsprozess gemeinsam erarbeitet.

Anschließend haben die Nachwuchswissenschaftler_innen spannende und relevante Forschungsprojekte entwickelt und im Plenum präsentiert und rege diskutiert.

  
© Orkan Okan, Universität Bielefeld

Weiterhin wurde die praktische Arbeit politischer Entscheidungsträger_innen mithilfe der Analyse und Bewertung politische Aktionspläne zu Health Literacy und anderer politischer Dokumente betrachtet.
Zum Abschluss der Woche wurden notwendige Soft-Skills für Health Literacy Expert_innen mit der erfahrenen Gesundheits- und Health Literacy–Expertin Barbara Kondilis von der Hellenic University in Griechenland praktisch erprobt.
Darüber hinaus sprach Prof. Dr. Peter Goldblatt vom Institute of Health Equity des University College London (UK) über gesundheitliche Chancengleichheit und Gerechtigkeit im Zusammenhang mit Health Literacy.
Luis Saboga-Nunes gab als Präsident der EUPHA – Health Promotion Section einen Input in das Feld der Gesundheitsförderung, der Prävention von Tabakkonsum und evidenzgeleitete Einblicke in die Salutogenese. Stefanie Harsch von der Pädagogischen Hochschule Freiburg stellte erste Forschungsergebnisse einer Health Literacy Studie in Afghanistan vor.
Kristine Sørensen hat die abschließende Präsentation zu Health Literacy gehalten und beendete gemeinsam mit Prof. Dr. Ullrich Bauer, Dr. Paulo Pinheiro und Orkan Okan die Summer School 2017.
Dabei, so das Fazit der jungen Wissenschaftler_innen, waren die internationale Atomsphäre und die Gruppendynamik herausragend. Entscheidend sei dafür auch die flache Hierarchie zwischen Lehrenden und Studierenden gewesen. Als sehr bereichernd haben die Teilnehmer_innen die Auseinandersetzungen mit weltweit stattfindenden Health Literacy – Projekten wahrgenommen und dabei vor allem auch die Möglichkeit hervorgehoben sich mit den Forschungsmethoden auseinandersetzen zu können.


© Orkan Okan, Universität Bielefeld

Health Inequalities XII: Closing the Gap in Health Inequalities – Quo vadis?

Im Rahmen des Public Health Kongresses in Deutschland “Armut und Gesundheit” vom 16. und 17. März 2017 an der Technischen Universität Berlin, hat am Freitag, den 17. März das 12. Health Inequalities Fachforum stattgefunden.

Ausgehend von der Frage: Closing the Gap in Health Inequalities – Quo vadis? bildeten den Schwerpunkt der Vorträge und Diskussionen mögliche Strategien, um diese Lücken zu schließen.

Dabei waren die formulierten Empfehlungen von der Commission on Social Determinants of Health (CSDH) richtungsweisend. Diese lauten:
1) die Verbesserung der Lebensbedingungen,
2) die Reduzierung in der ungerechten Verteilung von Macht, Geld und Ressourcen und
3) die Messung und das Verständnis des Problems um die Wirksamkeit von Maßnahmen zu bewerten.
Im Besonderen wurde die Entwicklung, Umsetzung und Evaluation von Maßnahmen als wichtiges Vehikel erachtet, um eine Verringerung von sozial bedingten Ungleichheiten in der Gesundheit der Bevölkerung zu erreichen.
Dabei wurde der Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und Gesundheit sowohl im internationalen als auch im nationalen Kontext betrachtet.

Ausgewählte Webinare des Fachforums sind:

Taking action on health inequalities and improving health equity: The International perspective von Prof. Dr. Peter Goldblatt, University College London, Institute of Health Equity, England

und

Improving health Literacy to take action on health equity von
Prof. Dr. Luis Saboga-Nunes, National School of Public Health, Universidade NOVA de Lisboa, Portugal

Organisiert wurde das Fachforum von:
Prof. Dr. Ullrich Bauer, Dr. Paulo Pinheiro, Orkan Okan (Bielefeld University, Faculty of Educational Science, Centre for Prevention and Intervention in Childhood and Adolescence (CPI)
Prof. Dr. Uwe Bittlingmayer (University of Education Freiburg, Institute of Sociology)
Prof. Dr. Diana Sahrai (University of Applied Sciences and Arts Northwestern Switzerland, School of Education),
Dr. Irene Moor (Martin Luther University of Halle-Wittenberg, Institute of Medical Sociology) und Jens Hoebel, MSc (Robert Koch Institute Berlin)

Das HLCA Team Bielefeld zu Besuch im Deutschen Kinderschmerzzentrum in Datteln

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Unsere Gastgeber und Gastgeberinnen Prof. Dr. Boris Zernikow, Dr. Julia Wager, Lorin Stahlschmidt und Ann-Kristin Ruhe haben uns einen sehr schönen Tag am  an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln, Universität Witten/Herdecke. bereitet. Herzlichen Dank dafür!
Während unseres Aufenthalts haben wir einen Einblick in die Forschung und Praxis im Kontext chronischer Schmerzen im Kindes- und Jugendalter vermittelt bekommen. Umso mehr verstehen wir nun die besondere Bedeutung frühzeitiger Intervention für eine gelingende Versorgungssituation für Kinder und Jugendliche mit chronischen Schmerzen, die gegenwärtig in Deutschland leider nur unzureichend ist.
Psychosomatische Belastungszustände und der Umgang mit diesen im Lebensalltag der Kinder und betroffener Familien sind vor allem auch ein Thema, das von besonderer Relevanz für Public Health und somit für die Gesundheitsförderung und Primärprävention im Kindes- und Jugendalter ist, da chronische Schmerzen die Lebensqualität, die psychische und psychologische Gesundheit und ebenso das Wohlbefinden stark einschränken.

Das Institut entwickelte sich zu einer wichtigen Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche mit stark beeinträchtigenden Schmerzen und etablierte sich im Laufe der Zeit als deutsches Zentrum für die Versorgung chronisch schmerzkranker Kinder.
Als Anerkennung für die langjährige und erfolgreiche Arbeit hat die Kinderschmerzambulanz die Auszeichnung “Ausgewählter Ort 2011” erhalten. Im Januar 2012 wurde daran anschließend das Deutsche Kinderschmerzzentrum gegründet.

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Um die Situation von betroffen Kindern, Jugendlichen und Familien zu verbessern, ist das Deutsche Schmerzzentrum aktiv in verschiedene Forschungsaktivitäten involviert. Dabei sind die Themenschwerpunkte der Forschungsprojekte chronische Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen, Palliativsituationen und Evaluation von Weiterbildung.
Neben Studien über Symptome, Messmethoden oder die Wirksamkeit von Medikamenten werden auch Studien im Bereich der Versorgungsforschung und Evaluationsprojekte durchgeführt. Mitarbeiter/innen des Forschungsteams betreuen außerdem Diplomanden/innen und Doktoranden/innen bei der Verfassung ihrer Abschluss- bzw. Promotionsarbeiten.

Zur Qualitätssicherung wird die Patientenversorgung durch Forschungsprojekte begleitet, die in einem multiprofessionellen Forschungsteam umgesetzt werden. Mit den bisherigen Projekten wurden bis dato zentrale Meilensteine zur Verbesserung der Situation von chronisch schmerzkranken Kindern erreicht.

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Aus Sicht der Kinderschmerztherapie gewinnt das Thema Health Literacy im Kindes- und Jugendalter zunehmend an Bedeutung vor allem im Zusammenhang mit dem Umgang von chronischen Schmerzbelastungen. Ganzheitlich gedacht, spielt neben der Health Literacy der Kinder und Jugendlichen auch die der Eltern und der am Versorgungs- und Forschungsprozess beteiligten Professionellen eine wichtige Rolle, die für den Erfolg dieser Versorgungsform vor allem aus Settingperspektive nicht genug betont werden kann.

Wir freuen uns, den Standort erkundet und das Team vom Deutschen Kinderschmerzzentrum noch besser kennengelernt zu haben.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Deutsches Kinderschmerzzentrum: http://www.deutsches-kinderschmerzzentrum.de

Lehrstuhl für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativversorgung: http://www.uni-wh.de/gesundheit/lehrstuhl-kinderschmerztherapie-palliativmedizin/

Kenneth Yongabi Anchang zu Besuch in Bielefeld

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Am 09. Dezember 2016 durfte das HLCA-Team Bielefeld den Forscher Kenneth Yogabi Anchang begrüßen. Er ist der Forschungsdirektor der Katholischen Universität von Kamerun, Bamenda und hält einen Doktortitel in öffenlicher Gesundheit und Infektiologie und einem Doktor in biologischer Medizintechnik. In seinem beeindruckenden Vortrag sprach er über Health Literacy und deren hoher Bedeutung, um die Gesundheit von Menschen und sozialen Gemeinschaften zu gewährleisten. Gerade in Ländern mit einem hohen Vorkommen von Krankheiten in welchen die Zugänge zu notwendigen Ressourcen stark limitiert sind, spielt es eine besonders wichtige Rolle. Dabei so ein zentrales Argument seines Vortrags, ist eine Transformation top-down gesteuerter Gesundheitsförderung von Nöten, hin zu health literacy interventionen, welche mit und in der Gemeinschaft selbst entwickelt und umgesetzt werden. Den Vortrag können Sie hier einsehen: Appropriate Health Literacy Interventions to improve Health Outcomes.

HL Intervention für Kinder und Professionelle

Förderung von Sexual Health Literacy, Resilienzstärkung und Empowerment bei Kindern: Entwicklung, Implementierung und Evaluation eines schulbasierten Gruppenprogramms zur Prävention von sexualisierter Gewalt in der Primarstufe (IGEL)

Das IGEL Projekt war ein Verbundprojekt der Universitäten Duisburg-Essen und Bielefeld unter Leitung von Prof. Dr. Ullrich Bauer und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zwischen 01.09.2012 – 31.10.2015 gefördert.

Zielgruppe und Interventionsansatz

Die Intervention basiert auf einem ressourcenorienten (persönliche/soziale) und sozialökologischen Ansatz und richtet sich sowohl an Kinder v0n 8 bis 10 Jahren (3./4: Grundschulklassen), Lehrkräfte und weitere an der Schule tätige Professionelle und schließt auch Eltern mit ein.

IGEL Ziele

Das Ziel des IGEL-Präventionsprogramms besteht zum einen darin, die Selbstschutzfähigkeit von Schülerinnen und Schülern der dritten Klassenstufe durch die Steigerung ihres Wissens über sexualisierte Gewalt sowie durch das praktische Erlernen von Handlungskompetenzen zu stärken und sie dazu zu befähigen, sexualitätsbezogene Situationen erkennen und besser abwehren zu können. Zum anderen soll die Sensibilität für sexuellen Missbrauch auf Seiten der Lehrkräfte erhöht und die Fähigkeit der Erkennung und adäquaten Reaktion bei Übergriffen verbessert werden. Das Programm soll einer Verbesserung des Schutzes vor sexualisierter Gewalt im Setting Schule dienen und die Schaffung einer “Kultur der Aufmerksamkeit” fördern.

  • Verbesserung des Wissens und Bewusstsein über sexualisierte Gewalt und Gesundheit bei Professionellen und Kindern
  • Vermittlung von Präventions- und Hilfemöglichkeiten
  • Stärkung des Empowerments
  • Wissensbasis über sexuelle Gesundheit und Gesundheitsförderung stärken
  • Handlungsfähigkeit stärken
  • Einüben von Abwehrstrategien
  • Verbesserung des gesundheitsbezogenen Verhaltens
  • Sensibilisierung und Professionalisierung des pädagogischen Personals
  • Schaffung einer “Kultur der Aufmerksamkeit” an der Schule
  • schulorganisatorische Veränderungen (Schutzkonzepte)
  • Partizipativer Ansatz und Einbindung aller Akteure (Professionelle, Kinder, Eltern)

Implementierung des IGEL-Programms

  • 5-stündige Schulung der Lehrkräfte (als SchiLF) möglich
  • 6 Unterrichtsstunden (je 45 Min) + 1 Refreshing-Einheit (45 Min)
  • Flexibel durchführbare Unterrichtsstunden: direkt hintereinander oder über mehrere Wochen und Monate

Das IGEL-Programm besteht aus sieben Unterrichtsstunden, die variabel gestaltet werden können. Dies ist eine Einsicht aus der Durchführung in der Pilotphase. Die Praktikabilität des Programms liegt darin, dass es Stundenabläufe sind, aber keine Einheiten. Jeder Ablauf ist in einer Schulstunde zu schaffen, sollte es mal länger dauern, kann der zeitliche Bedarf auch flexibel gestaltet werden.

Die Stunden im Überblick

  1. Einführung in das Programm
  2. Erarbeitung der Definition
  3. Mein Körper
  4. Berührungen
  5. Geheimnisse
  6. Erkennen von „Okay!“ / „Hey, stopp!“ Situationen
  7. IGEL Profi

Didaktik

  • IGEL-Rap (Tanzen und Singen)
  • Arbeit mit Fallvignetten
  • Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit
  • Benennungs-, Material- und Malübungen
  • Reflexions- und Themenkarten
  • Gruppenarbeiten
  • “Zertifizierung” zum IGEL-Profi
  • Elternbriefe

Besonderheiten

  • Basis-Info für LuL zur selbständigen Erarbeitung oder Refreshing
  • Checkliste (Notfallplan) für Verdachts- und Krisensituationen
  • Strukturierungsvorschläge und Vorlagen für Elternarbeit
  • Zusatzinformationen zu anderen Formen von Kindesmisshandlung und -vernachlässigung

IGEL Forschungsdesign

  1. Konzeptentwicklung und Vorbereitung der Evaluation
  2. Implementierung, Evaluation and Konzeptadaptation

Das primärpräventive Interventionsprogramm besteht aus zwei Modulen:

  1. Präventionsmaßnahme für Lehrkräfte und Eltern
  2. Präventionsmaßnahme für Schülerinnen und Schüler

Die Implementierung fand in acht Grundschulen statt, wobei jeweils zwei 3. Klassen teilgenommen haben (Interventionsgruppe N=16 Klassen und Kontrollgruppe N=4).

Evaluation

Durch die Universität Bielefeld (Prof. Dr. Petra Kolip), die die hohe Wirksamkeit und niedrigschwellige Implementierung bestätigte.
Entwickler

  • Ina M. Kreuz ist aktive Lehrerin, verfügt über Berufspraxis in der Primar- und Sekundarstufe und ist bereits in der Entwicklung des Lions Quest Programms Erwachsen handeln beteiligt gewesen.
  • Prof. Ullrich Bauer ist Leiter des Zentrums für Prävention und Intervention im Kindes- und Jugendalter an der Universität Bielefeld und seit vielen Jahren in der Lehrerbildung tätig.
  • Dr. Wilhelm Körner ist Psychologischer Psychotherapeut und in Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut und hat mehrjährige Erfahrung in der Erziehungsberatung und Schulpsychologie.

EUSPR Newsletter featuring an Overview of German Prevention Research Networks

“BMBF is currently funding seven larger prevention research networks that were positively evaluated in a competitive call in 2014. The networks usually comprise of research and implementation partners, and are geographically spread all over Germany. A joint umbrella project to support collaboration across networks is likely to be launched in 2017. These projects are probably the largest currently funded prevention projects in Germany, and will continue (given a positive mid-term evaluation) up to 2020.” read more

Luís Saboga-Nunes and Orkan Okan have been elected president and co-president of EUPHA’s Health Promotion Section

Luís Saboga-Nunes from our advisory board and consortium´s member Orkan Okan have been elected president and co-president, respectively, of EUPHA’s Health Promotion Section at 2016´s EPH annual meeting in Vienna. EUPHA, the European Public Health Association, is by far the largest organisation for public health experts in Europe and brings together around 14.000 people for professional exchange and collaboration throughout Europe. For at least the next two years, Luís and Orkan will be in charge of the health promotion section representing the voices of more than 2,500 section members.
The HLCA consortium congratulates Luís and Orkan in the warmest possible way for this tremendous success.

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Health Literacy in Deutschland – Erarbeitung eines nationalen Aktionsplans

In Deutschland haben etwa 54 % der Bevölkerung eine problematische Health Literacy/Gesundheitskompetenz. Ähnlich sind die Ergebnisse anderer Studien (WIdO), ebenso des European Health Literacy Survey (HLS-EU) und anglo-amerikanscher Studien. International erfährt das Thema Health Literacy daher schon seit längerem große Aufmerksamkeit – sei es in der Forschung oder der Politik. Auf der EU-Ebene existiert beispielsweise seit einigen Jahren ein Programm „Promoting Health Literacy in Europe“. Ergänzend haben einige nationale Regierungen eigene Programme gestartet, denen oft die Erarbeitung eines Aktionsplans voraus ging. Aktionspläne existieren beispielsweise in den USA, Kanada, Australien, Schottland und auch Österreich. Sie dienen sowohl dazu, dem Thema zu größerer Resonanz in der Politik und bei wichtigen Akteuren zu verhelfen als auch politische Maßnahmen anzustoßen.

In Deutschland wird die Bedeutung von Gesundheitskompetenz/Health Literacy für die Gesundheitserhaltung und Gesundheitsversorgung erst neuerlich diskutiert, ist aber noch nicht ausreichend als gesellschaftliche, politische und gesundheitswissenschaftliche Gestaltungsaufgabe erkannt.

Zielsetzung
Hier ist der Anknüpfungspunkt des beantragten Projekts, das einen Beitrag dazu leisten möchte, dem Thema Health Literacy als Gestaltungsaufgabe in Deutschland zu größerer gesellschaftlicher und politischer Resonanz zu verhelfen. Ziel des Projektvorhabens ist es:

  • einen Nationalen Aktionsplan zum Thema Health Literacy/Gesundheitskompetenz zu erarbeiten, der auf Verbesserung der Gesundheitskompetenz der deutschen Bevölkerung zielt.
  • Der Aktionsplan soll unterschiedliche Expertisen bündeln, auf einer systematischen Analyse der Situation im deutschsprachigen Raum basieren und Handlungsschritte auf unterschiedlichen Ebenen aufzeigen.
  • Der von einer Expertengruppe erarbeitete Aktionsplan wird anschließend validiert und auf einer Tagung präsentiert und diskutiert.
  • Laufzeit02/2016 bis 01/2019

Projektleitung
Prof. Dr. Doris Schaeffer (Federführung), Prof. Dr. Ulrich Bauer, Fakultät für Erziehungswissenschaften, Zentrum für Prävention und Intervention im Kindes- und Jugendalter (ZPI), Universität Bielefeld, Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, Hertie School of Governance, Berlin, Dr. Kai Kolpatzik, AOK-Bundesverband

Koordination
Dr. Annett Horn

Projektförderung
Robert Bosch Stiftung

BERICHT: HLCA Verbundtreffen, 08./9. Oktober 2015, Bielefeld (englisch)

The 2nd meeting of the “Health Literacy in Childhood and Adolescence” Consortium (HLCA) focussed on selected issues and challenges linked to the research methodologies used in the individual subprojects of the joint research project. Rather than evaluating the projects’ methodological approaches, the project teams to shared first experiences and selected open questions. This framework provided the opportunity to seek advice and recommendations from the colleagues and the attendant scientific advisory board in order to support the further implementation of the methodologies.
The meeting started with a guided poster walk to inform on the ongoing research activities in the individual projects (session 1). Gender, diversity and intersectionality aspects were addressed as themes of cross cutting relevance in session 2 followed by a key note presentation (session 3) by Emma Bond, University Campus Suffolk, England, providing an overview of methodological and ethical requirements of child research.

The second part of the first day was covered with various “One on One” sessions, focussing on selected methodological issues in the individual projects. Particular questions were presented and discussed in an interactive and participatory mode by making use of two way communication. These “One on One” sessions provided a good framework for new input (project member), feedback (experts from advisory board) and fruitful dialogues (project member, expert, and audience).

The second day started with a key note presentation on “Empirical Research with and/or for Children? Highlighting Challenges and Framing Methodological and Ethical Requirements” by Graça S. Carvalho, Research Centre on Child Studies, University of Minho, Braga, Portuga which aimed at addressing challenges when placing methods and methodologies at the centre of research with the child and youth population. The following session has been designed as a workshop that aimed to gain insights into the components and conceptual elements of the current health literacy understanding in childhood and adolescence. All the participants of the second meeting were invited to review the presented literature review and to contribute with their individual perspectives to the mapping of the concept for children and adolescents.

NEWS: Neue Mitglieder im Scientific Advisory Board

Der HLCA Verbund hat nach seinem erfolgreichen Verbundtreffen im Oktober 2015 in Bielefeld zwei neue Mitglieder in den Kreis des Scientific Advisory Boards aufgenommen. Bei den neuen Mitgliedern handelt es sich um

  • Emma Bond, Institute for Social, Education and Enterprise Development, University
    Campus Suffolk, England link
  • Prof. Dr. Graça S. Carvalho, Research Centre on
    Child Studies, University of Minho, Braga, Portugal link

Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit!

BERICHT: Workshop “Researching with Children and Young People in Diverse Socio-spatial Contexts”

Ende September fand ein zweitägiger Workshop zur ‘Forschung mit Kindern und jungen Personen in verschiedenen sozio-räumlichen Kontexten’ an der Universität Loughborough (England) statt. Der Workshop war als Austausch von Wissenschaftler/innen zu Themen der Kinder- und Jugendforschung geplant, an dem Dirk Bruland, vom TEACHER-MHL und NEPP-Projekt, teilnahm. In diesem Austausch gab es kein Richtig oder Falsch, sondern es stand ein sensibles an der jeweiligen vorgestellten Forschungssituation angemessenes Verhalten in der Erhebungsphase im Vordergrund. Der Workshop reicherte viele Ansatzpunkte, Sichtweisen und Perspektiven im Austausch mit Kollegen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen an, die für die Umsetzung von Projekten im HLCA gewinnbringend sind. Die Programmpunkte des Workshops werden an dieser Stelle kurz zusammengefasst.

Am ersten Tag gab es zwei Programmpunkte. Der erste davon behandelte verschiedene Themenbereiche zur Erreichung von möglichen Teilnehmer/innen bei wissenschaftlichen Untersuchungen. Im Vordergrund lag hier die Methodenauswahl (quantitative Befragung, qualitative Befragung – in Einzel- oder Gruppengesprächen) und die Erreichung von Teilnehmer/innen an die gegebenen und sich verändernden Verhältnisse. Als Beispiel kann die vor mehr als einem Jahrzehnt empfundene Innovation mit Online-Befragungen genannt werden, die alleine aus Neugier zur Teilnahme motiviert hat, und heutzutage in so einer Häufigkeit durchgeführt wird, dass die Motivation zur Teilnahme gering ist. Die Perspektive von Forschung im globalen Norden und Süden wurde dabei kontrastierend von den beiden Referenten des Programmpunktes eingenommen. Beim zweiten Programmpunkt des Tages wurden (Online-)Archive als weiterer Forschungszugang und die Möglichkeiten von historischen Untersuchungen von Kindheit und Jugend behandelt.

Der zweite Tag begann spielerisch. Zur Erforschung von Emotionen wurden verschiedene methodische Ansätze durchgegangen. Hierzu gehörte u.a. das angeleitete Spiel mit Lego-Bausteinen, worüber Kindern eine Möglichkeit zum Ausdruck ihrer Gedanken geboten wird. Der letzte Programmpunkte behandelte weitere methodische Ansätze zur Untersuchung von jungen Menschen. Neben Rollenspielen, die die Ansätze aus verschiedenen Perspektiven praktisch erfahrbar machten, wurden ethische Aspekte angesprochen. Ein Aspekt war z.B. die informierte Einwilligung und dessen Umgang unter dem Aspekt, ab wann ein Kind versteht, wofür ein Wissenschaftlicher Daten erhebt (oder warum dieser mit einem spielt).