BERICHT: Workshop “Researching with Children and Young People in Diverse Socio-spatial Contexts”

Ende September fand ein zweitägiger Workshop zur ‘Forschung mit Kindern und jungen Personen in verschiedenen sozio-räumlichen Kontexten’ an der Universität Loughborough (England) statt. Der Workshop war als Austausch von Wissenschaftler/innen zu Themen der Kinder- und Jugendforschung geplant, an dem Dirk Bruland, vom TEACHER-MHL und NEPP-Projekt, teilnahm. In diesem Austausch gab es kein Richtig oder Falsch, sondern es stand ein sensibles an der jeweiligen vorgestellten Forschungssituation angemessenes Verhalten in der Erhebungsphase im Vordergrund. Der Workshop reicherte viele Ansatzpunkte, Sichtweisen und Perspektiven im Austausch mit Kollegen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen an, die für die Umsetzung von Projekten im HLCA gewinnbringend sind. Die Programmpunkte des Workshops werden an dieser Stelle kurz zusammengefasst.

Am ersten Tag gab es zwei Programmpunkte. Der erste davon behandelte verschiedene Themenbereiche zur Erreichung von möglichen Teilnehmer/innen bei wissenschaftlichen Untersuchungen. Im Vordergrund lag hier die Methodenauswahl (quantitative Befragung, qualitative Befragung – in Einzel- oder Gruppengesprächen) und die Erreichung von Teilnehmer/innen an die gegebenen und sich verändernden Verhältnisse. Als Beispiel kann die vor mehr als einem Jahrzehnt empfundene Innovation mit Online-Befragungen genannt werden, die alleine aus Neugier zur Teilnahme motiviert hat, und heutzutage in so einer Häufigkeit durchgeführt wird, dass die Motivation zur Teilnahme gering ist. Die Perspektive von Forschung im globalen Norden und Süden wurde dabei kontrastierend von den beiden Referenten des Programmpunktes eingenommen. Beim zweiten Programmpunkt des Tages wurden (Online-)Archive als weiterer Forschungszugang und die Möglichkeiten von historischen Untersuchungen von Kindheit und Jugend behandelt.

Der zweite Tag begann spielerisch. Zur Erforschung von Emotionen wurden verschiedene methodische Ansätze durchgegangen. Hierzu gehörte u.a. das angeleitete Spiel mit Lego-Bausteinen, worüber Kindern eine Möglichkeit zum Ausdruck ihrer Gedanken geboten wird. Der letzte Programmpunkte behandelte weitere methodische Ansätze zur Untersuchung von jungen Menschen. Neben Rollenspielen, die die Ansätze aus verschiedenen Perspektiven praktisch erfahrbar machten, wurden ethische Aspekte angesprochen. Ein Aspekt war z.B. die informierte Einwilligung und dessen Umgang unter dem Aspekt, ab wann ein Kind versteht, wofür ein Wissenschaftlicher Daten erhebt (oder warum dieser mit einem spielt).