Health Literacy in Deutschland – Erarbeitung eines nationalen Aktionsplans

In Deutschland haben etwa 54 % der Bevölkerung eine problematische Health Literacy/Gesundheitskompetenz. Ähnlich sind die Ergebnisse anderer Studien (WIdO), ebenso des European Health Literacy Survey (HLS-EU) und anglo-amerikanscher Studien. International erfährt das Thema Health Literacy daher schon seit längerem große Aufmerksamkeit – sei es in der Forschung oder der Politik. Auf der EU-Ebene existiert beispielsweise seit einigen Jahren ein Programm „Promoting Health Literacy in Europe“. Ergänzend haben einige nationale Regierungen eigene Programme gestartet, denen oft die Erarbeitung eines Aktionsplans voraus ging. Aktionspläne existieren beispielsweise in den USA, Kanada, Australien, Schottland und auch Österreich. Sie dienen sowohl dazu, dem Thema zu größerer Resonanz in der Politik und bei wichtigen Akteuren zu verhelfen als auch politische Maßnahmen anzustoßen.

In Deutschland wird die Bedeutung von Gesundheitskompetenz/Health Literacy für die Gesundheitserhaltung und Gesundheitsversorgung erst neuerlich diskutiert, ist aber noch nicht ausreichend als gesellschaftliche, politische und gesundheitswissenschaftliche Gestaltungsaufgabe erkannt.

Zielsetzung
Hier ist der Anknüpfungspunkt des beantragten Projekts, das einen Beitrag dazu leisten möchte, dem Thema Health Literacy als Gestaltungsaufgabe in Deutschland zu größerer gesellschaftlicher und politischer Resonanz zu verhelfen. Ziel des Projektvorhabens ist es:

  • einen Nationalen Aktionsplan zum Thema Health Literacy/Gesundheitskompetenz zu erarbeiten, der auf Verbesserung der Gesundheitskompetenz der deutschen Bevölkerung zielt.
  • Der Aktionsplan soll unterschiedliche Expertisen bündeln, auf einer systematischen Analyse der Situation im deutschsprachigen Raum basieren und Handlungsschritte auf unterschiedlichen Ebenen aufzeigen.
  • Der von einer Expertengruppe erarbeitete Aktionsplan wird anschließend validiert und auf einer Tagung präsentiert und diskutiert.
  • Laufzeit02/2016 bis 01/2019

Projektleitung
Prof. Dr. Doris Schaeffer (Federführung), Prof. Dr. Ulrich Bauer, Fakultät für Erziehungswissenschaften, Zentrum für Prävention und Intervention im Kindes- und Jugendalter (ZPI), Universität Bielefeld, Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, Hertie School of Governance, Berlin, Dr. Kai Kolpatzik, AOK-Bundesverband

Koordination
Dr. Annett Horn

Projektförderung
Robert Bosch Stiftung