Neuer Artikel: Gesundheitskompetenz von Jugendlichen in Deutschland

Gesundheitskompetenz und Gesundheitsverhalten im Jugendalter: Ergebnisse einer bundesweiten Online-Befragung Jugendlicher

Autorinnen: Olga Maria Domanska, Anne-Kathrin M. Loer,Christiane Stock und Susanne Jordan 

Hintergrund

Für Deutschland fehlen Informationen zum Zusammenhang zwischen Gesundheitskompetenz und Gesundheitsverhalten Jugendlicher, obwohl in der Stärkung von Gesundheitskompetenz besonders im Jugendalter ein vielversprechender Ansatz zur Förderung des Gesundheitsverhaltens gesehen wird.

Ziel der Arbeit

Es wird – unter Berücksichtigung von soziodemografischen Merkmalen und Selbstwirksamkeit – untersucht, ob verschiedene Dimensionen der allgemeinen Gesundheitskompetenz mit dem Gesundheitsverhalten Jugendlicher assoziiert sind.

Material und Methoden

Datengrundlage bildet die bundesweite Online-Befragung zur „Gesundheitskompetenz von Jugendlichen“ (GeKoJu) mit 1235 Jugendlichen zwischen 14–17 Jahren in Deutschland. Vier Dimensionen allgemeiner Gesundheitskompetenz wurden mit dem „Measurement of Health Literacy Among Adolescents Questionnaire“ (MOHLAA-Q) durch Selbstangaben erfasst. Gesundheitsverhalten wurde mit Fragen zu Sport, Ernährung, Alkoholkonsum und Rauchen erhoben. Es wurden uni- und bivariate Analysen sowie multiple Regressionsanalysen durchgeführt.

Ergebnisse

Jugendliche mit niedrigen Leveln in allen untersuchten Gesundheitskompetenzdimensionen haben eine erhöhte Chance, kein Obst und Gemüse täglich zu konsumieren. Auch die Chance zu rauchen oder keinen Sport zu treiben war höher bei Personen mit geringer ausgeprägten Kommunikations- und Interaktionsfähigkeiten und passiven Einstellungen zur Gesundheit und Gesundheitsinformationen. Riskanter Alkoholkonsum wies keinen Zusammenhang mit Gesundheitskompetenz auf.

Schlussfolgerung

Die Ergebnisse legen die Stärkung von aktiven Einstellungen zu Gesundheit und Gesundheitsinformationen und Kommunikations- und Interaktionsfähigkeiten rund um das Thema Gesundheit für die Förderung des Gesundheitsverhaltens Jugendlicher nahe.

https://link.springer.com/article/10.1007/s11553-021-00913-1