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Das Thema Health Literacy hat in den letzten Jahren und insbesondere in Europa an Bedeutung gewonnen. Im Jahr 2007 hat die Europäische Kommission die Förderung von Health Literacy als eine der Schlüsselmaßnahmen ausgerufen, um gesundheitliche Ungleichheiten innerhalb der Europäischen Union zu verringern. Health Literacy wird als vielversprechender Erklärungsansatz erachtet, wenn Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Primärprävention mit dem sich daraus resultierenden Gesundheitsverhalten und gesundheitlichen Outcomes verglichen werden.
Hierbei wird Health Literacy als „Gesundheitskompetenz“ ins Deutsche übersetzt. Die Auseinandersetzung mit der internationalen Fachliteratur zeigt jedoch, dass dieser Begriff Health Literacy nur unzureichend beschreibt. Health Literacy ist vielmehr ein vielschichtiger Klammerbegriff, der einer möglichen Definition zu Folge „mit Bildung (Literacy) verknüpft ist und das Wissen, die Motivation und die Fähigkeiten des Einzelnen umfasst, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen und anzuwenden, um im täglichen Leben in Bezug auf die Gesundheitsversorgung, Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung Entscheidungen treffen zu können, die die Lebensqualität erhalten oder verbessern.“. Für das Kindes- und Jugendalter zeigt sich jedoch, dass selbst eine solch breitgefasste Definition nicht 1:1 übertragen werden kann. Vor allem die Lebenswelten und Lebensweisen von Kindern und Jugendlichen unterscheiden sich von denen Erwachsener, aber auch die unterschiedlichen Alters- und Entwicklungsstufen von Kindern und Jugendlichen spielen eine zentrale Rolle in der differenzierten Wahrnehmung von Health Literacy für diese Zielgruppe. Diese Aspekte müssen daher in der theoretischen wie praktischen Ausarbeitung des Konzepts Berücksichtigung finden.
Diesem Verständnis nach sollte Health Literacy vielmehr als gesundheitliche Grundbildung verstanden werden anstelle einer ausschließlichen Ansammlung unterschiedlicher Kompetenzen.