Teacher-MHL

Gesundheitsförderung für Kinder psychisch erkrankter Eltern. Erhebung und Förderung Lehrer/innen-spezifischer Mental Health Literacy

Teacher-MHL ist ein anwendungsbezogenes Forschungsprojekt, das den aktuellen Stand spezifischer gesundheitsförderlicher Kompetenzen von Lehrkräften untersucht und daran anschließend bedarfsorientiert ein Fortbildungsprogramm entwickelt und erprobt.

Hintergrund

Psychische Erkrankungen werden mittlerweile als „Familienkrankheiten“ betrachtet, da sich in der Regel die Auswirkungen der Krankheit als Belastungen bei einzelnen Familienmitgliedern zeigen. Aufgrund des meist hohen Belastungspotentials haben Gesundheitsförderung und Primärprävention hier eine hohe Bedeutung. Unterschiedliche Belastungsmuster und Bewältigungsversuche der Kinder werden häufig auch im schulischen Alltag deutlich, vor allem über eine dadurch bedingte schlechtere Lernleistung, z.B. durch Konzentrationsschwierigkeiten oder impulsives Verhalten. Die Schule kann für die belasteten Kinder ein wichtiger Schutzfaktor sein, aber auch weitere Risikopotentiale produzieren. Frühe und rechtzeitige Unterstützung erhöht die Chancen ungünstige Entwicklungen bei den Kindern abzuwenden bzw. abzumildern. Entsprechendes Wissen unter den Lehrkräften und die notwendige Sensibilisierung zu dieser Thematik muss als zentral angenommen werden. Dennoch ist in der gesamten wissenschaftlichen Diskussion keine Kenntnisbasis darüber vorhanden, wie umfangreich die Fähigkeiten von Lehrkräften ausgebildet sind, die Belastungssituationen von Kindern psychisch kranker Eltern zu erkennen und mit diesen umgehen zu können. Teacher-MHL schließt die vorgefundene Leerstelle und wird den aktuellen Stand der speziellen gesundheitsförderlichen Kompetenzen der Lehrkräfte untersuchen. Auf dieser Basis wird ein Fortbildungsmodul für Lehrkräfte unterschiedlicher Schulformen bedarfsorientiert entwickelt und umgesetzt.

Ziele

Die zentralen Ziele von Teacher-MHL sind:
  • die Erhebung mit welchem Vorwissen Lehrkräfte unterschiedlicher Schulformen Schüler/innen begegnen, die mit einem kritischen Lebensereignis, wie der psychischen Erkrankung eines Elternteils, konfrontiert sind und aufbauend hierauf
  • die Entwicklung eines Fortbildungsprogramms für Lehrkräfte unterschiedlicher Schulformen und -stufen.

Relevanz und erwartetes Ergebnis

Konservativen Schätzungen zufolge erleben pro Jahr 3 Millionen Kinder einen Elternteil mit einer psychischen Störung. Dies sind ungefähr 1/4 aller Schüler/innen in Deutschland. Der Interventionsansatz von Teacher-MHL strebt an:
  • Im Setting einer guten Erreichbarkeit den Bedarf betroffener Kinder frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig Unterstützung anzubieten;
  • Befähigung von Lehrkräften mit den Problemlagen der Betroffenen angemessen umzugehen;
  • bei Bedarf eine Art Lotsenfunktion zur Vermittlung spezialisierter Dienste bzw. Hilfesysteme wahrnehmen zu können;
  • über entsprechende Informationen, Empfehlungen und Befähigungen eine Entlastung von Lehrkräften zu erreichen.

Arbeitsphasen des Teilprojekts

  1. Systematische Übersichtsarbeit der Fachliteratur, die Auskunft gibt, mit welchem Vorwissen Lehrkräfte Schüler/innen mit einem psychisch erkrankten Elternteil begegnen.
  2. Einzelbefragungen (leitfadengestützte Interviews) von 24 Lehrkräften verschiedener Schulformen bilden die Basis für
  3. eine quantitative Befragung zur Erhebung spezifischer Kompetenzen von Lehrkräften in NRW.
  4. Basierend auf den Ergebnissen Entwicklung und Erprobung eines Fortbildungsmoduls für Lehrkräfte (in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Freiburg).
KontaktInstitutionEMail
Prof. Dr. Ullrich Bauer
-Teilprojektleitung-
Universität Bielefeld
ullrich.bauer@uni-bielefeld.de
Prof. Dr. Uwe Bittlingmayer
Pädagogische Hochschule Freiburg
uwe.bittlingmayer@ph-freiburg.de
Dirk Bruland
-Kontakt-
Universität Bielefeld
dirk.bruland@uni-bielefeld.de
Prof. Dr. Frank Faulbaum
Sozialwissenschaftliches UmfrageZentrum GmbH
frank.faulbaum@uni-duisburg-essen.de
Dr. Paulo Pinheiro
Universität Bielefeld
paulo.pinheiro@uni-bielefeld.de
Stefanie Harsch
Pädagogische Hochschule Freiburg
stefanie.harsch@ph-freiburg.de