ProLifestyle

Förderung gesunder Lebensstile bei Jugendlichen durch digitale Health Literacy-Anwendungen (ProLifestyle)

Projektbeschreibung

Ziel dieses Teilprojektes ist es, ehealth literacy und Gesundheitskompetenzen von benachteiligten bzw. unterprivilegierten Jugendlichen im Alter von 14-17 Jahren über digitale Plattformen zu fördern. Dabei ist die Entwicklung einer Lifestyle-Webseite, einem Youtube-Channel (Vlog) sowie eines Smartphone Apps vorgesehen.

Angesetzt wird einerseits am Vorprojekt „PrettY“, bei dem deutlich wurde, dass ein dringender Bedarf besteht, Gesundheitsinformationen möglichst heterogen und zielgruppenspezifisch bereit zu stellen, nicht zuletzt angesichts des besonders seit 2015 Stromes an Geflüchteten und Migrant_innen. Neben diversen Sprachen ist es notwendig, eine niedrigschwellige Sprache zu benutzen, um insbesondere auch bildungsferne Jugendliche zu erreichen. Andererseits sollen Erkenntnisse aus ELMi mit in die Entwicklung der Plattformen einfließen. Dazu gehören vor allem bereits vorhandene Ressourcen und Handlungskompetenzen.

Mit der Unterstützung und in Kooperation eines professionellen Softwareentwicklers (F&E-Auftrag) soll die App sowie die Website entwickelt werden. Die Gestaltung und Entwicklung der Inhalte der Webseite und der Lehr- und Lernvideos auf YouTube übernehmen die Forscher_innen mit Einbezug der benachteiligten Jugendlichen. Diese Rückkoppelungsprozesse stellen sicher, dass die Jugendlichen möglichst früh an den Entwicklungsprozessen beteiligt werden.

Die Informationen und Inhalte auf den Plattformen sollen so konzipiert werden, dass Jugendliche diese verstehen und für sich nutzbar machen können. Dazu gehört auch das gezielte Navigieren nach (Gesundheits-)Informationen, etwa über Suchmaschinen oder auf bestimmten Gesundheitswebseiten. Die Idee ist die Förderung von allgemeinen Medienkompetenzen sowie von ehealth literacy über niedrigschwellige Formate, sodass auch Jugendliche mit geringer Alphabetisierung sowie (deutschen) Sprachkenntnissen gesundheitliche Chancengleichheit haben, verglichen mit der autochthonen Gruppe.

In dem ethnografischen Vorprojekt ELMi konnte gezeigt werden, dass die Jugendlichen trotz mangelnden Kenntnissen der deutschen Sprache doch imstande waren, etwa Übersetzer-tools und Navigation an ihrem Smartphone zu bedienen. Bestehende Kompetenzen ermöglichen, die für die jeweilige Umgebung notwendige Kompetenzen aufzubauen und zu erweitern.

Im Vorprojekt PrettY stellte sich heraus, dass es zwar ehealth literacy-Formate gibt, die für  Jugendliche konzipiert sind. Allerdings können Jugendliche mit geringen Lese- und Schreibkompetenzen nicht von diesen profitieren.

ProLifestyle ist so konzipiert, dass Jugendliche ihre bestehenden Kompetenzen und ihr Wissen möglichst früh in die Entwicklung einbringen, um von da aus mögliche Defizite in ehealth literacy sowie allgemeinen Handlungs- und Gesundheitskompetenzen auszugleichen und auszuweiten. Wie in der Ethnografie teilweise gezeigt werden konnte, besitzen die Jugendlichen so etwas wie hidden resources (bestehende, nicht sichtbare Ressourcen und/oder Kompetenzen). Die Entwicklung der Plattformen sowie die damit verbundene Intervention könnten dazu genutzt werden, die insbesondere in der Schule und in anderen Bildungseinrichtungen nicht sichtbar werdende Kern- und Schlüsselkompetenzen 1) sichtbar zu machen und somit 2) das ehealth literacy Level der Jugendlichen zu fördern.

KontaktInstitutEMail
Elias Sahrai
Pädagogische Hochschule Freiburg
elias.sahrai[at]ph-freiburg.de
Prof. Dr. Uwe Bittlingmayer
Pädagogische Hochschule Freiburg
uwe.bittlingmayer[at]ph-freiburg.de